Glanzstück des Monats September

Unser neues Glanzstück des Monats ist ein kleiner Vorgeschmack auf die Sonderausstellung „ZUM SEHEN GEBOREN“, die ab 12. September 2021 für ein Jahr im Torhaus des Schlosses zu sehen sein wird. Das hier vorgestellte Manuskript des 83-jährigen Johannes Lebek stellt seinen letzten Plan für ein Holzschnittbuch dar. Es enthält 49 Tuschezeichnungen, die meisten sind beeindruckend kraftvoll und voller Frische, mit sicherem Strich und Tempo zu Papier gebracht. In der Einleitung lesen wir Lebeks Worte dazu:

„Je älter ich werde, umso unbegreiflicher wird mir die Welt. Was das Auge früher, ohne viel darüber nachzudenken, hingenommen hat, wird immer rätselhafter, … Ganz bescheiden fasse ich, was ich sehe, in der Stille der Landschaft ganz allein mit der Natur und voller Ehrfurcht. Ich selbst bleibe mir unbegreiflich.

Vor dem Geist treten auf Abruf Erlebnisse und die dazu gehörende Umwelt, ungezählte Landschaften, Städte und Menschen. Wo ist all das gespeichert, wer ruft es ab? An soviel Schönheit gehe ich vorüber und mein Fuß zertritt achtlos die großen Wunderwerke rings um mich. Und alles wächst stumm heran, ohne selbst zu denken. Doch weiß ich, daß ein anderer gedacht haben muß, wenn etwas handelt, als wenn es denkt, ohne selbst zu denken. Und doch versuche ich, in Bilder zu fassen, was nur ein kleiner Tropfen sein kann aus einer ungeheuren Vielfalt der Natur. Das weiß ich, und doch möchte ich den Rest meines Lebens dem Schöpfer, der unnahbar bleibt, als sein Geschöpf voll Ehrfurcht huldigen.“

Hier erfahren Sie mehr über dieses besondere Manuskript aus unserem Kunst- und Museumspädagogischen Zentrum „Johannes Lebek“:

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